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Qualität statt Quantität – Lebensläufe für Kaderkräfte

Gerade Kaderkräfte sollten die Fakten im Lebenslauf auf das Wichtige reduzieren. Menschen sind stolz auf das, was sie erreicht haben und was sie können. Das ist richtig und gut so, allerdings nicht immer. Gerade im Lebenslauf ist es wichtig, sich auf die zentralen Dinge zu fokussieren. Auch als Kaderkraft.

Ein Gastbeitrag von Ingo Kleinheisterkamp

Als Kadermitarbeiterin oder Mitarbeiter hat man in der Regel einen straff gefüllten Lebenslauf: diverse Ausbildungen bis zu Hochschulstudium, Weiterbildungen, spezifische Erfahrungen und allgemeine Berufserfahrung. Das hat man sich erarbeitet und deswegen darf man auch darauf stolz sein. Die Frage ist, ob das auch immer alle interessiert.

Kurz und prägnant

Mit zunehmendem Druck auf dem Arbeitsmarkt und zunehmender Höhe der Position wächst die Konkurrenz. Personalfachkräfte spüren das sofort, indem sich die Anzahl der eingegangenen Dossiers auf eine ausgeschriebene Stelle dramatisch erhöht. 200 Bewerbungen und mehr sind heute keine Seltenheit mehr, in Deutschland gibt es auf höhere Verwaltungspositionen sogar über 2’000 Bewerberinnen und Bewerber. Wenn diese Zahl in der Schweiz auch nicht erreicht wird, auf jeden Fall heisst das, dass sich die Personalfachleute auf einen grossen Selektionsprozess einrichten müssen. Und das tun sie auch: Umfragen haben ergeben, dass die Zeit für das erste Sichten einer Bewerbung durchschnittlich 17 Sekunden beträgt. Da sind die Dossiers, die ganz genau gelesen und mit den Zeugnissen verglichen werden, bereits mit eingerechnet. Das bedeutet, dass ungefähr die ersten fünf Sekunden entscheidend sind, ob das Dossier auf dem Retourstapel landet oder zu den Verantwortlichen weitergeleitet wird. In fünf Sekunden kann man jedoch unmöglich sämtliche PC-Kenntnisse oder den Inhalt einer Masterthesis erfahren.

Was ist interessant?

Wichtig für das Bewerbungsdossier ist der Rollenwechsel: Wenn ich als Bewerber in der Rolle der HR-Verantwortlichen wäre, was würde mich dann interessieren? Natürlich sind das IT-Kenntnisse, falls die ausgeschriebene Stelle die eines Programmierers ist. Aber für Juristen beispielsweise ist das nur wenig interessant (ausser der wirklich einschlägigen Software). Das bedeutet, Inhalte auf das wirklich Wichtige reduzieren und dieses prägnant herausheben. Dazu gehören auch Soft Skills wie beispielsweise Führungserfahrung etc.

Klare Übersicht

Ingo KleinheisterkampEbenso wichtig wie die konsequente Reduktion auf wirklich Relevantes ist die Lesbarkeit des Textes. Natürlich sind individuelle Lebenslaufe auffällig und damit grundsätzlich positiv. Viel wichtiger ist jedoch die Lesbarkeit des Dokumentes. Wie schnell findet das Zielpublikum – also die HR-Verantwortlichen – das, was sie interessiert? Je übersichtlicher die relevanten Informationen angeordnet sind, desto schneller können sie von den Leserinnen und Lesern erfasst werden. Darauf kommt es an. Wenn ein individuelles Design das leisten kann, dann ist das wunderbar. Wenn nicht, dann ist es besser, ein herkömmliches Design zu wählen, in dem sich die Leser sofort zurechtfinden.

Ingo Kleinheisterkamp hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist Ausbilder mit eidg. FA. Er arbeitet seit über zwölf Jahren als erfolgreich akkreditierter  Jobcoach in der Schweiz und Liechtenstein. Weitere Informationen unter www.1a-bewerbung.com.

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