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Welchen Lohn darf ich verlangen? So kriegst du deinen Wunschlohn

Der Lohn ist in der Schweiz eine delikate Angelegenheit, über die man ungern spricht. Dennoch: Bereitet man sich aufs Jahresendgespräch oder Leistungsgespräch vor, darf das Thema Lohn natürlich nicht ausgelassen werden. Dasselbe gilt selbstverständlich für Jobsuchende, die einen Einstieg ins Arbeitsleben oder eine neue berufliche Herausforderung suchen. Wenn du an dem Punkt angekommen bist, wo du dich fragst: Welchen Lohn darf ich verlangen?, dann helfen dir für eine bessere Einschätzung die folgenden Punkte weiter.

Ausbildung

Oftmals herrscht die Meinung, man müsste studiert haben, um einen guten Lohn zu verdienen. Das ist zwar nicht falsch, aber auch nicht die absolute Wahrheit. Obwohl Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS) belegen, dass Hochschulabsolventen 2014 im Schnitt zwei Drittel mehr verdient haben als Personen mit einer Berufsausbildung, macht die Mischung zwischen Ausbildung, Erfahrung, Spezialisierung, Unternehmensgrösse, Unternehmensstandort und Verhandlungsgeschick den Lohn aus.

Bekommst du genug Lohn?

Während der Durchschnittslohn bei abgeschlossenen Berufsausbildungen bei knapp 6000.- CHF liegt, verdienen Hochschulabsolventen durchschnittlich über 8000.- CHF.

Während der Durchschnittslohn bei abgeschlossenen Berufsausbildungen bei knapp 6000.- CHF liegt, verdienen Hochschulabsolventen durchschnittlich über 8000.- CHF.

Regionale Unterschiede

Je nachdem wo du einen Job suchst, darfst / kannst du mehr oder weniger Lohn verlangen. Suchst du zum Beispiel eine Stelle in Zürich, kannst du mehr Lohn fordern, als wenn sich deine Jobsuche im Tessin abspielt. Das hängt zum einen mit den Lohnniveaus und zum anderen mit den unterschiedlich hohen Lebenskosten zusammen.

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Die Löhne sind im Tessin durchschnittlich niedriger als in Zürich.

Erfahrung als Unterschied

Wer in länger auf einem Gebiet gearbeitet hat und mehr Erfahrung mitbringt, hat auch einen höheren Lohnanspruch – berechtigterweise, weil solche Bewerber oder Mitarbeitende die best-practices kennen. Umgekehrt bedeutet weniger Know-how weniger Lohn – was auch Sinn macht, da das Wissen des Mitarbeiters nicht unmittelbar umgesetzt werden kann, sondern erst noch erworben werden muss oder viele Learnings braucht.

Spezialisierungsgrad

Arbeitet man auf einem sehr spezifischen Gebiet, zum Beispiel in der Medizinaltechnologie, steigt auch automatisch der eigene Marktwert. Gerade weil es nur wenige gibt, die sich mit dem Gebiet auskennen – ganz nach dem Motto «das Angebot bestimmt die Nachfrage».

Unternehmensgrösse

Grössere/Internationale Unternehmen haben nicht nur höhere Kosten und grössere Gewinne, sondern auch grössere Budgets. Deshalb sind grössere Unternehmen oftmals auch attraktiver, wenn es um höhere Löhne geht. Allerdings ist bei den meisten grösseren Konzernen ein standardisiertes Lohnverfahren üblich, weshalb der Verhandlungsspielraum bei kleineren Firmen viel grösser ist.

Verhandlungsgeschick

Nicht zuletzt entscheidet auch die Fähigkeit zu verhandeln über deinen Lohn. Dazu gehört eine wasserdichte Argumentation, weshalb du den Lohn verdienst, den du verlangst. Als Stichwörter seien hier Spezialisierung und Erfahrung gegeben oder Hervorhebung von besonderen und/oder erfolgreichen Projekten. Ebenfalls sollte deine Argumentation für höhe deines Lohns auf recherchierten Fakten gründen, wie beispielsweise dem Lohnrechner vom BfS, und nicht auf Hörensagen. Darüber hinaus solltest du das erste Angebot nicht gleich annehmen – Angebote sind in der Regel verhandelbar.

 

Vielfach lautet die Strategie «Niedrig mit dem Lohn einsteigen und später um eine Erhöhung zu bitten». Diese Taktik ist nicht unbedingt zu empfehlen. Je nach Branche ist die Lohnerhöhungsgeschwindigkeit sehr langsam. Deshalb sollte man entweder die Branche mit ihren Lohnerhöhungsgeschwindigkeiten sehr gut kennen, oder beim Einstieg einen fairen und angemessenen Lohn verhandeln. Denn sobald möchte man das unbequeme Thema Lohn sicher nicht wieder ansprechen.

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