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Wie man als LehrabgängerIn oder BerufseinsteigerIn Bewerbungsunterlagen vorbereitet – Teil 2

Wie die 20-jährige KV-Absolventin Marina bei Laufbahnberater Markus ihr Selbstbild besser kennengelernte und so ihre Stärken und Schwächen für das nächste Bewerbungsgespräch gründlicher herausarbeitete, erzählten wir im ersten Teil vom Bewerbungsworkshop youthempowered von Pro Juventute und Coca Cola HSC. Im zweiten Teil lernt sie nun, wie sie ihre Bewerbungsunterlagen aufpolieren kann – und so beim Bewerben punktet.

Hier geht’s zum ersten Teil:

 

Wie gehts nach der Lehre weiter? Teil 1 vom Bewerbungsworkshop für LehrabgängerInnen und BerufseinsteigerInnen Read more

Kaum haben Markus und ich fertig über die Selbstorganisation gesprochen, kommt bereits die zweite Gruppe für das Coaching herein. Also mache ich mich auf den Weg in den zweiten Workshop, wo es um die Bewerbungsunterlagen geht. Marina sitzt bereits dort. Eine der Coaches steht vorne und Fragt: «Wie lange, denkt ihr, schauen Personalverantwortliche durchschnittlich einen Lebenslauf an?». Marina streckt auf: «Zwei Minuten, würde ich schätzen». Jemand anders ist optimistischer und schätzt drei Minuten. «15 Sekunden. Ganze 15 Sekunden schauen Personalverantwortliche im Durchschnitt einen Lebenslauf an», sagt Barbara Di Nardo, Berufs- und Laufbahnberaterin und eine der beiden Coaches im Raum. «Ihr habt eine Chance – die müsst ihr nutzen!» Zu zweit geben sie deswegen heute individuelles Feedback zu den Bewerbungsunterlagen der Teilnehmenden. Auch Marinas Lebenslauf wurde auf Herz und Nieren geprüft und nachdem die letzten Details besprochen wurden und Marina in die Pause zischt, setze ich mich zu Barbara.

laufbahnberaterin barbara di nardo portraitfoto
Laufbahnberaterin Barbara Di Nardo überprüft Lebensläufe und Bewerbungsschreiben und gibt ihnen den letzten Schliff.

Barbara, welche Fehler kommen dir in den Bewerbungsunterlagen am häufigsten unter die Augen?

Das kann ich gar nicht so allgemein sagen. Was aber einigen grosse Mühe bereitet, ist das Bewerbungsschreiben. Sie wissen teilweise nicht, dass es sich lohnt darin gezielt auf das Stelleninserat und die jeweilige Firma einzugehen. Folglich versenden sie aussageschwache Massenbewerbungen, in denen die Motivation für die Stelle zu wenig zum Ausdruck kommt.  Andere verpassen es, besonders die Fähigkeiten zu betonen und mit Beispielen zu illustrieren, die dann auch für die Stelle relevant sind. Auch unvorteilhafte Bewerbungsfotos oder eine chaotische, lückenhafte Darstellung der beruflichen Stationen können Stolpersteine sein. Bewerben heisst Werben – das sind sich viele nicht gewohnt und braucht etwas Übung.

Wie wichtig ist die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen im Vergleich zum Inhalt?

Der Inhalt ist natürlich sehr wichtig und nicht zu vernachlässigen.  Wenn die Gestaltung nicht ansprechend daherkommt, vergibt man sich aber unter Umständen leichtfertig seine Chance. Gerade wenn sich sehr viele auf eine bestimmte Stelle bewerben, kann ein schön gestaltetes Dossier Pluspunkte bringen – immer vorausgesetzt, man bringt die erforderlichen Fähigkeiten mit.

 

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Bewerbungsunterlagen sind sehr individuell – kann man da überhaupt sagen, was richtig oder falsch ist?

Bewerbungsunterlagen sind tatsächlich sehr individuell und obwohl alle Personalverantwortlichen eigene Kriterien haben und diese unterschiedlich gewichten, herrscht über einige Dinge Konsens. Dass es beispielsweise vorteilhafter ist, ein fehlerfreies, vollständiges Dossier oder einen Lebenslauf ohne Lücken aufzuweisen. Ich persönlich finde es zudem optimal, wenn die Kompetenzen und Erfahrungen der Person auf Anhieb ersichtlich sind und das Dossier sehr übersichtlich und sorgfältig gestaltet ist. Schlussendlich müssen die Unterlagen aber auch zum Stellensuchenden und zur angepeilten Stelle oder Branche passen. Eine Grafikerin wird beispielsweise stärker mit der Gestaltung ihres Dossiers überzeugen müssen, als jemand der nicht im kreativen Bereich arbeitet.

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Wieder im Gang angekommen, treffe ich auf Marina, die gerade auf dem Weg zu ihrem Übungs-Bewerbungsgespräch mit den Recruitern von Coca-Cola ist. Wie der Workshop bisher war und ob er ihren Vorstellungen entsprach, will ich wissen. «Für mich war es wichtig zu hören, dass der Grund für die Absagen auf meine Bewerbungen auch beim Überangebot an KV-Abgängern liegt – das gibt mir neuen Mut. Aber auch die Kontrolle meiner Unterlagen hat mir stark geholfen. Nun kommt für mich mit den Bewerbungsgesprächen der wichtigste Teil, wo ich mit ehrlichem und klarem Feedback am meisten profitieren kann.» Nun müsse sie aber gehen, denn von diesem Teil des Workshops wolle sie nichts verpassen, fügt sie hastig an. Am Ende des Ganges verschwindet Sie im Klassenzimmer, noch bevor ich ihr viel Erfolg bei der weiteren Stellensuche wünschen konnte.

 

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