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Blindbewerbung

Mit Blindbewerbungen ist man häufig die einzige Person im Rennen. Mit dem richtigen Gespür, Glück beim Zeitpunkt und ehrlich gezeigtem Interesse ist eine Stelle bei der Wunschfirma durchaus zu holen.

Sie wissen genau, was Sie anzubieten haben, doch auf dem Stellenmarkt ist weit und breit keine passende Stelle im Angebot. Wenn Sie genaue Vorstellungen haben, für welches Unternehmen und in welcher Funktion Sie tätig sein wollen, versuchen Sie es mit einer Initiativ- oder Blindbewerbung. Die Vorteile: Sie sind weit und breit die einzige Person, die im Rennen ist, zeigen Eigenmotivation und Initiative und dokumentieren ehrliches Interesse an der Firma, die sich dadurch nicht selten geschmeichelt fühlt. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie sich im Voraus gründlich mit der Firma auseinandersetzen, also die Homepage gut studieren, um zu sehen, ob es wirklich der richtige Ort ist. Wenn Sie die Firma bereits kennen und wissen, an wen Sie Ihre Bewerbung adressieren müssen, umso besser. Vermeiden Sie ein Bewerbungsschreiben, das mit dem allgemeingültigen «Sehr geehrte Damen und Herren» beginnt. Ein vorangehendes Telefongespräch kann eine erste Tür öffnen.

Empfehlenswert ist, bei der Blindbewerbung vorerst nur einen Lebenslauf beizulegen. Hinweis nicht vergessen, dass weitere Unterlagen gerne nachgereicht werden.

Achten Sie ausserdem auf Folgendes:

  1. Möglichst 6 Wochen vor einem Quartalsende. Dieser Zeitpunkt ist günstig, weil dann mehr Kündigungen eingehen.
  2. Niemals zwischen Weihnachten und Neujahr und während der langen Urlaubszeiten.
  3. Nur ein kurzes Schreiben mit dem Grund Ihrer Bewerbung senden. Dazu Lebenslauf mit Bild.
  4. Passen Sie die Bewerbung dem Unternehmen an und stellen Sie Ihr Qualifikationsprofil je nach angestrebter Tätigkeit entsprechend heraus. Beispiel: Ich sende Ihnen meine Anfrage, weil ich Ihrer Internetpräsentation (Ihren Firmenunterlagen, Ihrem Firmenprofil o.ä.) entnehme, dass Sie im Bereich Forschung (Personalentwicklung, Verkauf, Einkauf, Verwaltung usw.) eine zukunftsorientierte Haltung vertreten, die ich mit meinen Fähigkeiten und Kenntnissen bereichern könnte.

Die andere Seite
von Andrea Zweifel, Human Resources Schweiz, Mettler-Toledo AG

Um vor allem bei für Arbeitnehmer guter Arbeitsmarktlage – die Chance für ihre Initiativbewerbung zu optimieren, sollten Initiativbewerber folgendes beachten:

  • Linienvorgesetzte und HR-Verantwortliche konzentrieren sich bei ihren Rekrutierungsaufgaben primär auf die erfolgreiche Besetzung ihrer aktuellen Vakanzen. Seien Sie sich als Blindbewerber oder Blindbewerberin daher bewusst, dass es ein paar Tage, je nach Zeitpunkt und Umständen sogar ein paar Wochen dauern kann, bis Sie eine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten.
  • Liegt nach 14 Tagen noch keine Eingangsbestätigung vor, können Sie nachfragen, ob die Bewerbung angekommen ist und Eingang zur Prüfung gefunden hat. Ein Ergebnis dieser Prüfung dürfen Sie nach dieser Frist aber nicht erwarten. Die Kontaktaufnahme sollte wenn immer möglich telefonisch oder elektronisch per E-Mail erfolgen – möglichst direkt und persönlich.
  • Pro-aktive Bewerber oder Bewerberinnen sollten in jedem Fall deutlich angeben, für welche Funktion oder auch Position sie Ihre Spontanbewerbung einreichen. Dies gilt sowohl für die Betreffzeile einer E-Mail-Nachricht wie das eigentliche Begleitschreiben.
  • Gerade bei Initiativbewerbungen, die sich auf kein konkretes Stellenangebot der angeschriebenen Firme beziehen, empfiehlt sich ein kurzes Motivationsschreiben. In diesem "Werbeschreiben" stellen Sie sich als Bewerber, Bewerberin kurz vor und erläutern, weshalb Sie sich ausgerechnet für diese Firma interessieren und weshalb für Sie das adressierte Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber sein könnte.
  • Vom Aufbau, der Darstellung sowie der Adressierung unterscheidet sich die Initiativbewerbung nicht von einer Bewerbung mit konkretem Stellenbezug. Die formalen und inhaltlichen Regeln für das Verfassen eines Lebenslaufs und Begleitschreibens sowie das Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen sollten berücksichtigt werden. Ganz im Sinne: "You'll never get a second chance to make a first impression!".
  • Eine vorgängige telefonische Kontaktaufnahme empfiehlt sich bei Initiativbewerbungen nur, wenn Sie sich darüber informieren möchten, ob die avisierte Firma über Stellenprofile in dem von Ihnen gesuchten Bereich verfügt.

Beispiele/Vorlagen

Alle Infos rund um die Erstellung eines Bewerbungsdossiers
Musterbewerbungsbrief nach einer Kündigung


Literatur