Wittenbach
Primarschule Wittenbach - erstellt mit PUPIL
- 07 August 2026
- 100%
- Festanstellung
- Wittenbach
Über den Job
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Inselzeit, wenn das Lernen schwierig wird
Auch die Primarschule sieht sich zunehmend mit sozialen Herausforderungen konfrontiert. Wie kann systemisch noch besser auf Phasen und Situationen reagiert werden, in denen einzelne Schüler*innen schwierige Verhaltensweisen zeigen und Schüler*innen, Eltern, Lehrpersonen an ihre Grenzen kommen? Diese Frage hat sich auch die Primarschule Wittenbach gestellt und eine kreative Lösung entwickelt: Die Insel. Das Pilotprojekt ist auf Beginn des Schuljahres 2023/24 gestartet.
Sind bei herausfordernden Verhalten eines Kindes die Möglichkeiten innerhalb der Klasse ausgeschöpft, kommt die „Insel“ zum Tragen. Sie dient als Auszeit mit einer befristeten Trennung von der Klasse, damit sich die Situation für alle Beteiligten beruhigen kann und das Kind selbst sowie das System aktiv gestärkt werden können. José Lorca, Rektor der Primarschule, betont jedoch, dass der Inselbesuch eine temporäre Lösung ist. «Die Inselzeit dient dazu mit allen Beteiligten die Bedingungen so zu verändern, dass eine Rückkehr in die Klasse möglich wird.»
Unkonventioneller Unterricht
Die Inselzeit ist ein Angebot für alle drei Schulkreise. Das Rektorat entscheidet in Absprache mit der Lehrperson, den Eltern und der Schulleitung über einen Inselbesuch. «Die Beschulung in der Insel ist keine Strafmassnahme, sondern als Förderung und Stärkung zu verstehen», erklärt Lorca. Auf der Insel wird am Schulstoff weitergearbeitet, der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem sozialen Lernen, der Persönlichkeitsentwicklung und dem Sammeln von positiven Lernerfahrungen. Der Unterricht in der Insel ist unkonventionell, erlebnis- und handlungsorientiert und richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Inselkinder. Ein Tag findet beispielsweise immer im Wald statt. Das Inselteam setzt sich aktuell aus drei Fachpersonen zusammen: einer schulischen Heilpädagogin, einer Lehrerin und einem Studenten in Sozialer Arbeit. Zusammen besetzen sie 130 Stellenprozente, was einem Mindestpensum eines üblichen kantonalen Sondersettings entspricht. «Unterstützung bräuchte es sowieso, ob in den Klassen oder durch externe Angebote», so Lorca, «Mit der Insel können die Ressourcen jedoch gebündelt vor Ort eingesetzt werden.»
Erste Erfahrungen
Rückmeldungen von Lehrpersonen und Eltern zeigen, dass die Beschulung auf der Insel zu einer Entlastung und Stärkung führen kann. Inwiefern nach der Rückkehr der Inselkinder in ihre Klassen eine nachhaltige Veränderung stattfindet, liegen noch zu wenig Erfahrungen vor. «Wir werden das Projekt zu gegebener Zeit auch diesbezüglich evaluieren», meint Lorca. Aktuell sind fünf Kinder auf der Insel, seit Projektbeginn haben acht Kinder eine Inselauszeit genommen. Drei von ihnen sind wieder in die Klassen zurückgekehrt, für ein Kind läuft aktuell der Rückführungsprozess.