Kleinandelfingen
Hilti Campus, Schaan
- 07 August 2026
- 100%
- Festanstellung
- Kleinandelfingen
Über den Job
Hilti Campus, Schaan
Zwischen Schilf und Wald
Vogt Landschaft hat in Zusammenarbeit mit Giuliani Hönger Architekten den Hauptsitz der Hilti AG in Schaan – von einem klassischen Produktionsstandort zu einem Campus für Innovation und Wissen – umgestaltet. In diesem Sinne wurde der Freiraum als Begegnungsort und fließender Übergang zur umgebenden Landschaft entwickelt.
Das Landschaftskonzept nimmt starke Bezüge zum landschaftlichen Kontext des Rheintals und des Bergmassivs der Drei Schwestern auf, während der südöstliche Wald als raumbildender Hintergrund dient.
Park und Pergola
Neben den ökologischen und gestalterischen Anforderungen steht im Zentrum des Konzepts die Schaffung neuer Angebote für Mitarbeitende und Besucher im Park und im Innenhof. Der klassische Arbeitsplatz wird durch Möglichkeiten für Arbeiten im Freien ergänzt. Plätze in verschiedenen Größen für informelle Gespräche, Meetings und Teamevents sind von Hecken umgeben und von üppigen Baumgruppen überdacht.
Wahrscheinlich das bedeutendste Freiraumelement auf dem Hilti Campus ist die Pergola. Als eigenständiger Teil des Freiraumkonzepts führt sie in Form eines Weges vom Treppenhaus des Parkhauses über den Campus bis zur Arkade des Office Nord. Obwohl sie an keine Fassade angebaut ist, ermöglicht sie einen nahtlosen Übergang zum nördlichen Bürogebäude. In die runden Öffnungen des Betondachs sind geformte Gläser in verschiedenen Grüntönen und Gelb eingesetzt. Die wechselnden Licht- und Reflexionseffekte, abhängig von Sonnenstand und Jahreszeit, werden durch Spiegelungen in den konischen Oberlichtern verstärkt. Die Pergola ist Teil der Choreographie des Campusparks und verbindet zugleich Sitz- und Begegnungselemente durch verschiedene Erweiterungen. Das Ende der Pergola, das zentral im Park liegt, bildet einen Pavillon und eignet sich ideal für kleinere Veranstaltungen oder als Außenessbereich für das nördliche Bürogebäude.
Der Blick über die offenen Wiesen, zu den Solitärbäumen, Baumgruppen und dem Waldrand, zeigt die verschwimmenden Grenzen im Auge des Betrachters. Der Hilti Campus verschmilzt mit der umgebenden Landschaft. Der Blick auf die Pergola fasziniert mit einer Auswahl verschiedener Abfolgen der umgebenden Vegetation. Nahe dem Wald gibt es Gruppen von Hainbuche, Esche, Eiche, Kiefer und Ahorn. Nach Osten hin sind klassische Obst- und Parkbäume typischer: Katsura, Schnurbaum, Kirsch- und Walnussbäume sowie Linden, Eisenholz, Maulbeer- und Apfelbäume. Die großzügigen Rasenflächen des Parks und eine Vielzahl von Solitär- und mehrstämmigen Bäumen bieten viel Raum für die Nutzung im Freien.
Findlinge und Wasser
Wasser erscheint in verschiedenen Formen auf dem Hilti Campus. Zum einen als Himmels-Spiegel mit einem Findling im Innenhof, zum anderen als Trinkbrunnen aus einem Natursteinfindling im Park. Der Himmels-Spiegel ist als einzigartiges Element in Form einer Wasserfläche im Innenhof gestaltet. Dieses Becken ist als asphaltierte Senke mit klarer Zufuhr konzipiert. Innerhalb der Wasserfläche scheint ein erratischer Findling wenige Zentimeter über dem Wasserspiegel zu schweben. Die Ellipse des Wasserbeckens wird je nach Blickwinkel zum Kreis. Das Thema Stein wird in der Möblierung eines der Kreativräume wieder aufgegriffen. Geschützt durch Topographie und Bäume dient ein überdimensionaler Tisch aus einem gespaltenen Findling als Treffpunkt und Arbeitsplatz im Park, umgeben von Hockern.
Neben der großen Anzahl an Bäumen sind Hecken ein wiederkehrendes Element. Die geschwungenen Hecken im Innenhof wirken nicht als trennendes Element, sondern als räumliche Körper, die das Höheniveau abfangen und die Stützmauern verdecken. Die unterschiedlich hohen geschnittenen Hecken strukturieren den Außenraum im Innenhof und schaffen offene Bereiche für Arbeit, Meetings und Pausen. Das Thema Hecken aus dem Innenhof wird im Park fortgeführt. Die neuen Besucherparkplätze sind in Hecken integriert, wodurch die Sicht auf Autos vom Park aus reduziert wird.
Grüne Fassade – Parkhaus
Der erste Schritt der Transformation im Jahr 2017 war der Bau eines mehrstöckigen Parkhauses, um alle Autos vom Gelände zu entfernen und Platz für die Schaffung eines Campus mit verschiedenen Landschaftstypologien zu schaffen. Die Fassade des Parkhauses zum Park hin ist mit bis zu 10 Meter hohen Kletterpflanzen bedeckt, die sich in Farbe und Blüte im Jahresverlauf verändern. Die bepflanzte Fassade dient als landschaftlicher Hintergrund für den Park und markiert das nördliche Ende des Parks. Nach Osten und Westen erstrecken sich die Sichtachsen über das Gelände hinaus in die angrenzende Landschaft und integrieren Ausblicke und Landschaftselemente.
Die Vielfalt der Parklandschaft entfaltet sich bei einem Spaziergang auf den Wegen des Hilti Campus.