Arbeitsalltag | Gesundheit | Work-Life-Balance
|Arbeitsmarkt
Arbeiten in der Schweiz 2026: Was hat sich wirklich verändert?
Auf einen Blick
Der Schweizer Arbeitsmarkt wächst weiter. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) stiegen die Beschäftigungszahlen im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent. Die ILO-Arbeitslosenquote stieg in diesem Zeitraum auf 5,2 Prozent. KI, hybrides Arbeiten und ein zunehmendes Gefälle zwischen den Branchen verändern die Arbeitswelt in der Schweiz grundlegend. Was das für dich bedeutet, erfährst du hier.
Falls du seit einigen Jahren im Schweizer Arbeitsmarkt tätig bist, spürst du vielleicht, dass sich etwas verändert hat, auch wenn du es nicht genau benennen kannst. Die Regeln rund um Bürotage haben sich eingespielt. Neue Technologie ist vom Gesprächsthema zum Arbeitsalltag geworden. Gewisse Branchen suchen immer noch dringend Fachkräfte, andere haben ihr Einstellungstempo gedrosselt.
01
Wachstum ja, aber zwei sehr unterschiedliche Realitäten
+0,2%
Beschäftigte · Q1 2026
5,2%
ILO-Arbeitslosenquote · Q1 2026
Laut BFS stiegen die Beschäftigungszahlen im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent, die ILO-Arbeitslosenquote stieg jedoch auf 5,2 Prozent. In Büro- und Wissensberufen ist der Wettbewerb gestiegen. In Handwerk, Gesundheitswesen und bei personennahen Dienstleistungen finden Arbeitgeber keine Leute.
02
Hybrides Arbeiten hat seinen neuen Rhythmus gefunden
Beschäftigte
Homeoffice gelegentlich
Arbeitgeber
akzeptieren 2+ Tage
Gemäss BFS arbeiten heute rund 38 Prozent der Schweizer Beschäftigten mindestens gelegentlich von zu Hause. Laut einer Arbeitgeberbefragung von JLL (Jones Lang LaSalle) akzeptieren 73 Prozent der Arbeitgeber mindestens zwei Homeoffice-Tage pro Woche. Für die meisten Stellen gilt: zwei bis drei Bürotage.
Quellen: BFS; JLL, Decoding the Return-to-Office Puzzle in Switzerland (2024)
03
KI verändert, wer zuerst eingestellt wird
▼ 32%
weniger Einstiegsstellen · 2025 vs. Durchschnitt 2019–2022
Laut dem jobs.ch KI-Report 2026 ist der Anteil der Stellenanzeigen für Berufseinsteiger:innen in der Schweiz im Jahr 2025 um 32 Prozent gesunken, verglichen mit dem Durchschnitt von 2019 bis 2022. KI übernimmt heute Routineaufgaben, die früher an Juniors gingen. Senior- und Spezialistenrollen in denselben Bereichen sind weiterhin gefragt. Der Druck liegt auf den untersten Sprossen der Karriereleiter.
Quelle: jobs.ch KI-Report 2026, basierend auf 7,3 Millionen Schweizer Stellenanzeigen
04 · Schlüsseleinsicht
Der echte Fachkräftemangel liegt dort, wo KI nicht einspringen kann.
41%
fürchten KI-Jobverlust
8×
schwerer Pflege zu besetzen
65’000
fehlende Gesundheitskräfte bis 2030
Laut dem jobs.ch KI-Report 2026 befürchten 41 Prozent der jungen Arbeitnehmer:innen in der Schweiz, dass KI sie überflüssig macht. Dabei ist der Anteil schwer zu besetzender Stellen in KI-nahen Berufsfeldern stark gesunken. Pflegefachpersonen sind heute achtmal schwerer zu finden als 2023. Bis 2030 fehlen der Schweiz laut dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) über 65’000 Gesundheitsfachkräfte. Das Bauvolumen stieg um 41 Prozent. In echter Krise stecken Berufe, die auf menschliches Handeln, Einschätzungsvermögen und Präsenz angewiesen sind.
Quellen: jobs.ch KI-Report 2026; Obsan
05
Die Kompetenz-Kombination, die zählen wird
KI-Kompetenzen verbreiten sich weit über die Tech-Branche hinaus: in Bau, Finanzwesen, Produktion und öffentliche Dienste. Am besten aufgestellt sind jene, die eine schwer automatisierbare Fähigkeit mit dem Können verbinden, KI-Instrumente gezielt einzusetzen. Diese Kombination ist noch selten. Sie wird immer gefragter.
Was die Zahlen allein nicht zeigen
Hybrides Arbeiten fühlt sich eingespielt an, weil es das grösstenteils ist. Die meisten Schweizer Unternehmen haben sich auf zwei bis drei Bürotage eingependelt. Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr, ob hybrides Arbeiten bleibt, sondern wie Arbeitgeber Flexibilität einsetzen, um Talente zu gewinnen. Sie ist längst Teil des Angebots.
Bei der Lohntransparenz stagniert der Fortschritt. Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden sind seit 2020 gesetzlich verpflichtet, interne Lohngleichheitsanalysen durchzuführen. Sanktionen bei Nichteinhaltung gibt es jedoch keine. Die aktuellen Bestimmungen laufen zum 1. Juli 2032 aus. Die Schweiz ist zudem nicht an die EU-Lohntransparenzrichtlinie gebunden, die Arbeitgeber verpflichtet, Lohnspannen in Stellenanzeigen anzugeben.
Auf jobs.ch enthält die Mehrheit der Stellenanzeigen bereits eine Lohnangabe. Noch bevor du dich bewirbst, siehst du meist, was eine Stelle wahrscheinlich zahlt.
Dein Marktwert
Was bist du heute wert?
Der Lohnrechner auf jobs.ch gibt dir einen aktuellen, schweizspezifischen Richtwert.
„KI ersetzt Schweizer Arbeitnehmer:innen nicht pauschal. Sie verändert, wer zuerst eingestellt wird, und welche Kompetenzen plötzlich viel mehr wert sind.“
Ist der Schweizer Arbeitsmarkt noch stabil?
Grundsätzlich ja, aber das Bild ist differenzierter, als die blossen Zahlen vermuten lassen. Laut BFS stiegen die Beschäftigungszahlen im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent. Gleichzeitig stieg die ILO-Arbeitslosenquote auf 5,2 Prozent. Im europäischen Vergleich bleibt dieser Wert tief. Das Gefälle zwischen stark gefragten und weniger gefragten Berufsfeldern wird jedoch spürbar grösser.
Wie viele Bürotage sind heute üblich?
Zwei bis drei Bürotage pro Woche sind für die meisten Hybridstellen der Standard. JLL (Jones Lang LaSalle), ein globaler Immobilien- und Arbeitsplatzberater, hat in einer Arbeitgeberbefragung erhoben: 73 Prozent der Arbeitgeber akzeptieren mindestens zwei Homeoffice-Tage pro Woche. Bei der Verhandlung einer neuen Stelle sind zwei bis drei Bürotage ein realistischer Ausgangspunkt.
Welche Stellen sind am stärksten von KI betroffen?
Die grössten Veränderungen zeigen sich bei Einstiegsstellen in Verwaltung, Finanzen, Marketing und IT. Laut dem jobs.ch KI-Report 2026 ist der Anteil der Stellenanzeigen für Berufseinsteiger:innen in diesen Bereichen im Jahr 2025 um 32 Prozent gesunken, verglichen mit dem Durchschnitt von 2019 bis 2022. Der Knappheitsindex für KI-nahe Rollen sank um 69 Prozent, das heisst, diese Stellen lassen sich für Arbeitgeber heute deutlich leichter besetzen. Senior- und Spezialistenrollen in denselben Bereichen sind wesentlich weniger betroffen.
Wo finden Arbeitgeber kaum Fachkräfte?
Im Gesundheitswesen und im Bau ist der Druck am grössten. Laut dem jobs.ch KI-Report 2026 sind Pflegefachpersonen heute achtmal schwerer zu finden als 2023. Bis 2030 fehlen laut dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) über 65’000 Gesundheitsfachkräfte. Handwerk, Bau und personennahe Dienstleistungsberufe weisen durchgehend einen höheren Knappheitsindex auf als Bürostellen. Dieser Abstand wächst.
Brauche ich KI-Kenntnisse, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
Zunehmend ja, aber die Messlatte liegt tiefer, als viele denken. Es geht weniger darum, ein:e Entwickler:in zu sein, als darum, KI-Instrumente im eigenen Berufsfeld sinnvoll zu nutzen. Laut dem jobs.ch KI-Report 2026 setzen 42 Prozent der Schweizer Beschäftigten KI bereits als Arbeitswerkzeug ein. Weitere 76 Prozent sagen, dass Stellenanzeigen anspruchsvoller wirken als noch vor einigen Jahren. Ein souveräner Umgang mit KI wird in jedem Berufsfeld zur Grundvoraussetzung.
Worauf sollte ich mich bei der Stellensuche heute konzentrieren?
Drei Dinge stechen heraus. Erstens: Prüf, was dein Profil heute wirklich wert ist. Der Lohnrechner auf jobs.ch gibt dir einen aktuellen, schweizspezifischen Richtwert. Zweitens: Wenn du in einem KI-nahen Bereich arbeitest, zählt eine echte Spezialisierung oder praktische KI-Kompetenz mehr als ein breites Generalistenprofil. Drittens: Versteh genau, wo dein Profil bei den Stellen fehlt, die dich wirklich interessieren. Das JobFit-Tool auf jobs.ch zeigt dir, wie gut dein Profil zur Stelle passt. Du siehst auch, welche Kompetenzen deine Chancen konkret verbessern würden.
Der Text dieses Artikels und das begleitende Bild wurden mit Unterstützung von KI erstellt.