Lehre | Praktikum
So gelingt die Lehrstellensuche
Wenn du im Sommer 2027 eine Lehre beginnen möchtest, kannst du jetzt nach offenen Lehrstellen suchen. Einige Betriebe schreiben früh aus, andere später. Eine schweizweit einheitliche Bewerbungsfrist gibt es nicht. Mit einem klaren Ablauf behältst du den Überblick: Berufswahl klären, passende Unternehmen finden, Inserate genau lesen und jede Bewerbung nachverfolgen.
Du musst dabei noch nicht alles allein wissen. Berufsberatung, Lehrpersonen, Eltern oder andere Vertrauenspersonen können dich unterstützen. Die Berufswahl und die Bewerbung sollen aber zu dir passen und in deinen eigenen Worten begründet sein.
Wo stehst du gerade?
Wähle den Ausgangspunkt, der deine Situation am besten beschreibt.
Du hast deinen Wunschberuf bereits ausprobiert
Dann kannst du gezielt nach Lehrstellen für 2027 suchen. Notiere, was dir in der Schnupperlehre gefallen hat, welche Aufgaben du kennengelernt hast und was du noch herausfinden möchtest. Diese Beobachtungen helfen dir später bei der Motivation und im Gespräch.
Du interessierst dich für einen Beruf, kennst den Alltag aber noch kaum
Lies das Berufsprofil und suche nach einer Schnupperlehre oder einer Informationsveranstaltung. Sprich mit einer Person, die den Beruf ausübt. Nimm dir dabei Zeit herauszufinden, ob Aufgaben, Arbeitsumfeld und Ausbildung zu dir passen.
Du schwankst zwischen mehreren Berufen
Vergleiche die Berufe anhand ihrer typischen Aufgaben, Arbeitszeiten, körperlichen Anforderungen, Kontakte mit Menschen, schulischen Inhalte und späteren Entwicklungsmöglichkeiten. Eine Berufsberatung oder ein Gespräch mit Menschen, die bereits in diesem Beruf arbeiten, kann dir helfen, deine Kriterien zu sortieren.
Du hast schon Bewerbungen verschickt, aber noch keine Zusage
Prüfe, ob deine Suche breit genug ist und ob dein Bewerbungsdossier die Anforderungen der Inserate erfüllt. Bitte eine Lehrperson, die Berufsberatung oder eine andere geeignete Person um eine konkrete Rückmeldung. Ändere nicht wahllos alles auf einmal. Entscheide zuerst, ob eher die Auswahl der Stellen, die Unterlagen oder die Vorbereitung auf Gespräche verbessert werden muss.
Wo du Lehrstellen für 2027 findest
Nutze mehrere Kanäle parallel:
- die Lehrstellen-Suche auf berufsberatung.ch;
- Stellenportale wie jobs.ch;
- die Karriereseiten von Ausbildungsbetrieben;
- Websites von Berufs- und Branchenverbänden;
- Hinweise aus deinem persönlichen Umfeld;
- das Berufsinformationszentrum oder die Berufsberatung in deiner Region.
Auf der Lehrstellenbörse kannst du nach Beruf, Ort, Umkreis oder Kanton filtern. Auf Firmenwebsites findest du Angebote häufig unter „Karriere“, „Jobs“, „Lernende“ oder „Lehrstellen“.
Wenn ein Betrieb dich interessiert, aber keine Stelle ausgeschrieben ist, kannst du freundlich nachfragen, ob für 2027 eine Lehrstelle geplant ist und wie der Bewerbungsprozess aussieht. Prüfe vor einer Spontanbewerbung, ob der Betrieb Lernende ausbildet. Einen Überblick über diese und weitere Suchwege bietet berufsberatung.ch.
Wann solltest du dich bewerben?
Prüfe die Frist in jedem einzelnen Inserat. Manche Betriebe beginnen ihre Auswahl bereits im Spätsommer oder Herbst des Vorjahres. Andere veröffentlichen später, und auch im weiteren Verlauf können neue Stellen hinzukommen.
Warte nicht auf einen vermeintlich perfekten Monat. Wenn du eine passende, aktuelle Ausschreibung findest und die geforderten Unterlagen bereitstellen kannst, bewirb dich innerhalb der angegebenen Frist. Fehlt dir eine Information, frage beim genannten Kontakt nach.
Das Nahtstellenbarometer des Bundes zeigt, wie aktiv der Markt schon im Frühjahr sein kann: Im März und April 2026 waren 68 Prozent der für 2026 angebotenen Lehrstellen bereits vergeben. Diese Zahl beschreibt den damaligen Jahrgang und ist keine Prognose für 2027. Prüfe neue Ausschreibungen deshalb regelmässig und nimm die Frist im jeweiligen Inserat ernst. Weitere Angaben findest du beim SBFI zum Nahtstellenbarometer 2026.
So beurteilst du eine Lehrstelle
Lies das Inserat und die Ausbildungsseite des Betriebs vollständig. Kläre:
- Welche Aufgaben lernst du im Betrieb?
- An welchen Orten arbeitest du?
- Wo ist die Berufsfachschule und wie sieht der Schulweg aus?
- Welche schulischen und persönlichen Voraussetzungen nennt der Betrieb?
- Wird vor der Bewerbung eine Schnupperlehre oder ein Eignungstest verlangt?
- Führt die Lehre zu einem EFZ oder EBA?
- Ist eine Berufsmaturität möglich, falls sie zu deinen Zielen und Voraussetzungen passt?
- Welche Dokumente und Dateiformate werden verlangt?
- Wie läuft die Auswahl ab?
EFZ und EBA sind unterschiedliche anerkannte Abschlüsse der beruflichen Grundbildung. Welche Ausbildung passt, hängt vom Beruf, deinen Voraussetzungen und deinen Zielen ab. Lass dich beraten, wenn du die Möglichkeiten vergleichen möchtest.
Was gehört in die Bewerbung?
Das Inserat entscheidet. Häufig werden ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben oder eine kurze Motivation sowie Schulzeugnisse verlangt. Je nach Beruf und Betrieb können Ergebnisse eines Eignungstests, Berichte aus Schnupperlehren, Arbeitsproben oder weitere Dokumente hinzukommen.
Prüfe vor dem Versand:
- Hast du alle verlangten Dokumente beigefügt?
- Sind Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse korrekt?
- Stimmen Berufsbezeichnung, Betrieb und Kontaktperson überall?
- Sind die Dateien verständlich benannt und gut lesbar?
- Erklärt deine Motivation, warum dich dieser Beruf und dieser Betrieb interessieren?
- Kannst du jede Aussage mit einem echten Beispiel erklären?
Von dir wird keine jahrelange Berufserfahrung erwartet. Der SBFI-Bericht von 2026 zeigt, dass Ausbildungsbetriebe unter anderem auf Motivation, Lernbereitschaft und soziale Kompetenzen achten. Belege solche Aussagen mit einem kurzen Beispiel.
Statt „Ich bin zuverlässig“ könntest du zum Beispiel erklären:
Im Volleyballverein bin ich seit einem Jahr für das Material vor den Trainings verantwortlich. Ich muss deshalb pünktlich sein und kontrollieren, ob alles vollständig ist.
Oder:
Während meiner Schnupperlehre in der Werkstatt habe ich die Arbeitsplätze nach Anleitung vorbereitet und am Ende jedes Tages aufgeräumt. Mir gefiel, dass sorgfältiges Arbeiten sofort sichtbar war.
Verwende nur Beispiele, die wirklich zu dir gehören.
So begründest du deine Motivation
Eine brauchbare Motivation beantwortet drei Fragen:
- Was interessiert dich an den Aufgaben dieses Berufs?
- Woran hast du dieses Interesse bereits gemerkt oder ausprobiert?
- Was spricht dich an diesem Ausbildungsbetrieb an?
Recherchiere dafür konkrete Informationen auf der Website und im Inserat. Allgemeines Lob wie „Ihr Unternehmen ist sehr bekannt“ sagt wenig aus. Eine Beobachtung zur Ausbildung, zu den Produkten, zur Kundschaft oder zu den Einsatzbereichen ist hilfreicher.
Behalte deine Bewerbungen im Blick
Eine einfache Tabelle genügt:
| Lehrstelle und Betrieb | Frist | Eingereicht | Kontakt | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
Trage auch Absagen und Rückfragen ein. So weisst du, wo du nachfassen darfst und welche Unterlagen du für ein Gespräch vorbereiten musst. Wenn im Inserat kein Ablauf genannt wird, warte eine angemessene Zeit und frage höflich nach dem Stand. Eine tägliche Nachfrage hilft nicht.
Wenn die Suche noch nicht funktioniert
Eine Absage sagt nicht automatisch, dass der Beruf nicht zu dir passt. Betrachte zuerst das Muster:
- Gibt es in deinem Suchradius nur wenige Ausbildungsbetriebe?
- Bewirbst du dich auf Stellen, deren Anforderungen du nicht erfüllst?
- Fehlen verlangte Dokumente?
- Kommst du bis zum Gespräch, erhältst danach aber Absagen?
- Konzentrierst du dich nur auf einen einzigen Beruf oder eine einzige Region?
Je nach Antwort kannst du den Radius erweitern, verwandte Berufe prüfen, weitere Schnupperlehren absolvieren oder dein Dossier gezielt überarbeiten. Mit einem Plan B hältst du dir zusätzliche realistische Wege offen.
Dein Plan für die nächsten sieben Tage
- Entscheide, welcher der vier Ausgangspunkte am Anfang dieses Artikels zu dir passt.
- Lege zwei bis vier Suchbegriffe und einen realistischen Suchradius fest.
- Prüfe die Lehrstellenbörse, jobs.ch und fünf interessante Ausbildungsbetriebe.
- Speichere passende Fristen in deiner Tabelle.
- Bereite die Unterlagen für die beste passende Stelle vor.
- Bitte eine Person um eine gezielte Rückmeldung zu deiner Bewerbung.
- Reiche die Bewerbung selbst ein und notiere den nächsten Schritt.
Häufige Fragen
Bin ich im Herbst 2026 schon zu spät für eine Lehrstelle 2027?
Nein. Einige Betriebe haben ihre Auswahl bereits begonnen, andere schreiben später aus. Prüfe aktuelle Inserate und Arbeitgeberseiten, statt von einer einzigen Frist auszugehen. Bewirb dich zeitnah, wenn du eine passende offene Stelle findest.
Muss ich vor jeder Bewerbung eine Schnupperlehre machen?
Nicht zwingend. Eine Schnupperlehre kann dir helfen, einen Beruf zu prüfen, und manche Betriebe beziehen sie in ihr Auswahlverfahren ein. Massgebend sind die Hinweise im Inserat und die Vorgaben des Betriebs.
Was mache ich, wenn meine Noten nicht perfekt sind?
Prüfe die Anforderungen der konkreten Lehrstelle und reiche verlangte Zeugnisse vollständig ein. Hebe keine Schwächen mit erfundenen Behauptungen auf. Zeige deine Motivation, Lernbereitschaft und passende Erfahrungen mit konkreten Beispielen. Die Berufsberatung kann dir helfen, Ausbildungswege zu vergleichen, die zu deinen Voraussetzungen passen.
Sollen meine Eltern die Bewerbung kontrollieren?
Eine zweite Person darf Rechtschreibung und Vollständigkeit prüfen. Die Motivation und die Beispiele sollten trotzdem von dir stammen. Du solltest auch selbst wissen, was eingereicht wurde und den Kontakt mit dem Betrieb übernehmen können.
Der Text dieses Artikels und das begleitende Bild wurden mit Unterstützung von KI erstellt.