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Warum Pflegefachkräfte heute so gefragt sind wie nie

7 Min.

Auf einen Blick

  • Pflegefachkräfte sind laut dem jobs.ch KI Report 2026 heute achtmal schwieriger zu finden als 2023.
  • Gleichzeitig sinkt die Knappheit in vielen digitalen Berufen deutlich, weil generative KI dort die Rekrutierung erleichtert.
  • Der Grund ist nicht, dass KI die Pflege zusätzlich unter Druck setzt, sondern eine strukturelle Verschiebung im Arbeitsmarkt: Schwer automatisierbare Berufe bleiben knapp, während digitale Büroberufe leichter zu besetzen sind.
  • Bis 2030 rechnet die Schweiz mit einem Mangel von über 65’000 Fachkräften in der Pflege und Betreuung.

Es ist sieben Uhr morgens im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil. Die Spezialklinik behandelt Menschen mit Querschnittlähmung, und Sabrina arbeitet hier als Expertin Intensivpflege. Sie steht im Grossraumbüro und übernimmt den Rapport. „Wir bekommen den Rapport von allen Patient:innen, die aktuell auf der Intensivpflegestation (IPS) sind, damit wir einen gesamthaften Überblick haben, bevor wir starten“, sagt sie. Wenige Minuten später steht Sabrina am Bett eines Patienten, der vor wenigen Tagen mit einer frischen Rückenmarksverletzung eingeliefert wurde. Er ist jetzt beatmet und von Menschen wie ihr abhängig, für jede Stunde, die folgt.

Sie prüft zuerst immer die Beatmung. „Das ist das, was den Patienten am Leben hält“, sagt sie. „Man weiss nie, was als nächstes kommt, und genau das macht den Job so abwechslungsreich.“ Das ist kein beiläufiger Satz. Eine Diskonnektion im falschen Moment ist der Unterschied zwischen einem ruhigen Vormittag und einem Notfall, und Sabrina ist diejenige, die auf den Alarm achtet, der ihr sagt, welcher Fall gerade eintritt.

Genau das zeigt im Kleinen, warum die Pflege heute zu den am schwersten zu besetzenden Berufen der Schweiz gehört. Der jobs.ch KI Report 2026 misst Knappheit über den sogenannten Scarcity Index, und danach ist eine Pflegefachkraft heute achtmal schwieriger zu finden als 2023. Gleichzeitig rechnet die Schweiz bis 2030 mit einem Mangel von über 65’000 Fachkräften in der Pflege und Betreuung, getrieben von einer alternden Bevölkerung, die mehr Pflege braucht, nicht weniger.

Warum KI die Pflege nicht knapper macht

Eine naheliegende Erklärung wäre, dass KI einen ohnehin angespannten Beruf zusätzlich unter Druck setzt. Das zeigen die Daten nicht. Im gleichen Zeitraum sank der Scarcity Index für KI-exponierte Berufe wie Administration, Marketing oder IT-Support um 69 Prozent. Generative KI übernimmt zunehmend jene standardisierten, wissensbasierten Aufgaben, die lange als attraktive Bürokarrieren galten, und die Nachfrage nach Menschen für diese Aufgaben lässt nach. Niemand automatisiert, was Sabrina tut. Die Beurteilung um drei Uhr morgens, das Gespür für eine:n Patienten/Patientin, das ein Monitor nicht liefert, die Entscheidung, zu eskalieren oder abzuwarten, all das lässt sich nicht übertragen. Während die Rekrutierung im einen Teil des Arbeitsmarkts also einfacher wird, wird sie im anderen weiter schwieriger. Die Pflege wird nicht durch KI knapper. Sie bleibt schwer zu besetzen, weil sich die Arbeit kaum automatisieren lässt und die Nachfrage mit der alternden Bevölkerung steigt. Die digitalen Berufe wurden aus anderen Gründen leichter zu besetzen, unter anderem durch KI-gestützte Produktivitätsgewinne, vorsichtigere Rekrutierungsbudgets und ein grösseres Angebot an Fachkräften.

Pflege

Achtmal

So viel schwieriger sind Pflegefachkräfte in der Schweiz heute zu finden als 2023. Der Scarcity Index steigt weiter.

KI-exponierte Berufe

69% tiefer

So stark sank der Scarcity Index in Administration, Marketing und IT-Support. Dort erleichtert generative KI die Rekrutierung.

Quelle: jobs.ch KI Report 2026, Scarcity Index

Wo KI in der Pflege tatsächlich ankommt

An einer Stelle zeigt sich KI direkt in Sabrinas Feld: Diagnosetools verändern, was von Pflegefachpersonen erwartet wird, und erhöhen den Anspruch an Daten- und Technologiekompetenz. Der Report zeigt aber klar, dass dies den Wert erfahrener Fachpersonen erhöht statt sie zu ersetzen. Jemand muss die Ergebnisse weiterhin fachlich einordnen und entscheiden, welche Konsequenzen sie für den Menschen hinter den Daten haben. Warum KI Berufe verändert, aber nicht ersetzt, zeigt auch unser Artikel Wird KI deinen Job übernehmen?

Zurück auf der Station ist Sabrinas Patient einer von mehreren mit hoher Rückenmarksverletzung, die das Team diese Woche betreut. Die Entwöhnung von der Beatmung macht sie nicht allein. Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie arbeiten den Fall gemeinsam durch, Schritt für Schritt, so lange es braucht.

Eine Zahl, die Sicherheit bedeutet, nicht Warnung

Für alle, die ihre berufliche Zukunft abwägen, lohnt es sich, die Knappheitszahl richtig herum zu lesen. Sie ist kein Warnsignal. Sie zeigt, wie sehr der Arbeitsmarkt genau das braucht, was Sabrina tut, und wie wenig davon sich ersetzen lässt.

„Jeder Tag sieht anders aus und es zählt immer jede Sekunde. Aber trotzdem steht der Mensch immer im Mittelpunkt.“

Wenn du Verantwortung übernehmen möchtest, ein cooles Team suchst und gerne jeden Tag etwas bewegen möchtest, dann ist das nicht nur ein Satz aus einem Interview. Es ist, gemessen am Arbeitsmarkt, eine der sichersten Berufswahlen, die es in der Schweiz gerade gibt.

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Häufige Fragen

Warum ist es heute schwieriger, Pflegefachkräfte zu finden als vor der KI-Welle?

Die Nachfrage nach Pflegepersonal steigt mit der alternden Bevölkerung, während gleichzeitig Talent und Rekrutierungsaufmerksamkeit sich in Richtung KI-exponierter Berufe verschieben. Der Scarcity Index für Pflege ist laut dem jobs.ch KI Report 2026 seit 2023 um das Achtfache gestiegen.

Bedeutet die Knappheit, dass Pflegeberufe unsicherer werden?

Im Gegenteil. Eine hohe Knappheit bedeutet, dass Unternehmen aktiv um Fachkräfte konkurrieren. Für Pflegefachkräfte übersetzt sich das in mehr Jobsicherheit.

Welche Rolle spielt KI konkret in der Pflege?

KI unterstützt zunehmend bei Diagnosetools und erhöht dadurch den Bedarf an Daten- und Technologiekompetenzen im Gesundheitswesen. Die klinische Beurteilung, Betreuung und Entscheidungsfindung bleiben aber menschliche Aufgaben.

Warum werden digitale Berufe gleichzeitig einfacher zu besetzen?

Generative KI übernimmt in administrativen, analytischen und wissensbasierten Berufsfeldern zunehmend Teilaufgaben. Das senkt den Rekrutierungsdruck in diesen Bereichen, während er in praktischen und dienstleistungsnahen Berufen steigt.

Ist ein Quereinstieg in die Pflege in der Schweiz realistisch?

Angesichts des prognostizierten Mangels von über 65’000 Fachkräften in der Pflege und Betreuung bis 2030 suchen viele Institutionen aktiv nach neuen Wegen in den Beruf. Die konkreten Ausbildungswege sollten direkt bei Schweizer Bildungsanbietern geprüft werden. Wie ein Wechsel grundsätzlich gelingt, liest du in unserem Artikel So gelingt der Quereinstieg.

Welche Ausbildung braucht es für den Einstieg in die Pflege?

Die geschützte Berufsbezeichnung ist diplomierte Pflegefachperson HF. Dieser Abschluss wird an einer höheren Fachschule erworben und dauert in der Regel drei Jahre. Ein Bachelor of Science in Pflege an einer Fachhochschule ist ein zweiter, gleichwertig anerkannter Weg. Die dreijährige Grundbildung Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ ist ein eigenständiger Beruf auf Sekundarstufe II und kein Pflegediplom. Sie gilt aber als häufiger und anerkannter Einstieg in die HF-Ausbildung, oft in verkürzter Form.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und von unserer Redaktion geprüft. Bildmaterial wurde mithilfe generativer KI-Tools zu Illustrationszwecken erstellt.

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