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Jobeinstieg in der Corona-Krise

Die Coronapandemie trifft nicht nur das persönliche und gesellschaftliche Leben sehr hart, sondern auch den Arbeitsmarkt. Obwohl viele Unternehmen ihre Jobangebote reduzieren, ist es auch in der aktuellen Situation nicht völlig unmöglich, einen Job zu finden. Auf was müssen sich Bewerber einstellen?

Im Hinblick auf die Abläufe der Jobsuche hat sich kaum etwas verändert, obwohl es nach wie vor eher mehr Interviews per Video gibt und der Kontakt zu den Bewerbern häufiger digital ist als früher. Jedoch sollten Jobsuchende berücksichtigen, dass sich der gesamte Bewerbungsprozess vielleicht nicht nur auf einige Wochen, sondern sogar auf Monate oder länger hinziehen kann, bis eine passende Stelle gefunden ist. Was natürlich auch noch stark vom Beruf und der Branche abhängt. Hinzu kommt, dass du als Jobsuchender gegenwärtig mit mehr Bewerbern konkurrierst als sonst. Denn auch diejenigen, die eine feste Stelle haben, sehen sich nach Jobs um, die langfristig mehr Sicherheit versprechen.

Berufliche Neuorientierungen?

Personaler raten daher, gerade in der aktuellen Situation auf jeden Fall sehr flexibel zu bleiben und auch mal nach rechts und links zu schauen! Das heisst, für welche anderen Aufgaben oder Branchen könntest du dich sonst noch begeistern? Gefragt sind aktuell viele Jobs im Gesundheitswesen, in der IT oder der Beschaffung. Für die Jobsuche sollten sich Bewerber folgende Orientierungsfragen stellen:

– Was war bisher in deinem Job gut, was schlecht?

– Wohin möchtest du dich beruflich entwickeln?

– Was ist dein persönlicher Karriereplan?

– Wie müsste der neue Job aussehen, damit er etwas für deine Karriereziele bringt?

– Welche Perspektiven muss der neue Job bieten?

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Vorbereitende Tätigkeiten

Da ein Stellenwechsel gegenwärtig etwas länger dauern kann, ist es empfehlenswert, dass sich die Bewerber stärker von ihrem Wettbewerbsumfeld differenzieren. Das heißt, du musst erstmal Selbstmarketing betreiben und deine persönlichen Alleinstellungsmerkmale (USPs) bestimmen. Dazu stellst du dir unter anderem folgende Fragen: Was zeichnet dich besonders aus? Was für spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten hast (nur) du? Womit schaffst du einen Mehrwert für die neue Firma?

Diese Fragenstellungen sollen dir dabei helfen, aus deiner Person eine eigenständige Marke zu kreieren und dem Personaler klarzumachen, für was du stehst, wie er dich in seiner Firma am besten einsetzen kann und wie du dich von vielen anderen Mitbewerbern unterscheidest. Bedenke dabei, dass dir diese Alleinstellungsmerkmale überzeugende Argumente für das Anschreiben und das Interview liefern können.

Unterlagen und Profile aktualisieren

Gerade wenn du mit so vielen Bewerbern um eine geeignete Stelle konkurrierst, ist es umso wichtiger, dass neben deinem Selbstmarketing auch deine Bewerbungsunterlagen komplett, fehlerfrei und auf dem aktuellen Stand sind. Kleiner Tipp: Solltest du in einem Beruf arbeiten, indem du viel mit anderen Menschen zu tun hast, so könntest du beispielsweise ein kleines Video den Unterlagen beilegen, worin du dich gleich persönlich vorstellst.

Personaler durchforsten gerne auch mal das Internet, um weitere Informationen über ihre Bewerber zu erhalten. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass du Online-Präsenz zeigst und deine Profile auf Plattformen wie Xing oder LinkedIn aktuell hältst. Für den Fall, dass es nahezu zwei gleichwertige Kandidaten gibt, wird wahrscheinlich eher derjenige eingeladen, bei dem es umfangreichere Informationen gibt. Achte aber auch auf Fotos oder Angaben in den sozialen Medien, die vielleicht nicht ganz so vorteilhaft sind.

Jobsuche im persönlichen Netzwerk

Bei der Suche nach einer neuen Stelle solltest du immer möglichst alle Ressourcen ausschöpfen. Zum Beispiel auch das nicht zu unterschätzende Potenzial des persönlichen Umfelds. Dabei solltest du nicht nur an deine engeren Freunde, sondern auch an weniger gute Bekannte denken. Zunächst listest du rund 100 dieser „schwachen“ Kontaktpersonen auf. Dazu zählen Ex-Chefs, Kollegen, Professoren, Berater, Anwälte, Lieferanten und Kunden. Idealerweise arbeiten diese in Branchen mit viel Wachstumspotenzial.

Daraus erstellst du dann eine Rangliste. Dann überlegst du dir für jeden Kontakt, wie du die Qualität möglicher Jobchancen für dich einschätzt. Sei in den Gesprächen offen, was den Grund des Anrufs angeht, welche Art von Stelle du suchst und was du zu bieten hast. Insbesondere Menschen, die beruflich mit dir gute Erfahrungen gemacht haben, werden dir sicher gerne weiterhelfen wollen. Dafür müssen sie natürlich wissen, was du suchst und welche Fähigkeiten du hast.

Checkliste für Anschreiben und Interview

In der Folge siehst du ein paar Standardfragen, die in vielen Interviews gestellt werden. Zu diesen Fragen solltest du dir

vorab Gedanken machen und deine Antworten auch sinnvoll begründen können.

– Kannst du fünf deiner stärksten Schlüsselkompetenzen nennen?

– Kannst du fünf positive Charaktereigenschaften aufzählen, die deine Persönlichkeit am besten beschreiben?

– Welche sind deine drei grössten Schwächen? Was tust du dagegen, um sie zu beseitigen?

– Zähle drei bis fünf ganz starke Argumente auf, warum ein Personaler dich einstellen sollte?

– Warum bist du gerade für diese Stelle optimal geeignet?

– Warum willst du unbedingt für diesen neuen Arbeitgeber tätig sein und von dem alten weg?

– Kannst du genau beschreiben und vielleicht beziffern, welchen Mehrwert du deiner neuen Firma bieten kannst?

– Welche sind deine grössten Erfolge (aus dem vergangenen Jahr)?

– Kannst du eine kleine flammende Rede für deine Eigenmarke und deine Talente in rund einer Minute halten?

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