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Junior- und Seniorstellen – das sind die Unterschiede

Jobtitel sind oft ziemlich kompliziert. Zusätzliche Verwirrung stiften die Bezeichnungen Junior und Senior – denn was genau bedeutet Junior in einem Stelleninserat? Und wie kann man zum Senior werden? Heisst eine Senior-Position auch automatisch mehr Lohn? Flavia Arizzoli, HR-Consultant bei Helsana Versicherungen, klärt auf.

Mathias Steger: Frau Arizzoli, gibt es genau definierte Unterschiede bzw. Regeln, was Junior und was Senior bedeutet?

Flavia Arizzoli: Junior und Senior sind keine geschützten Titel und werden auch nicht schwarz-weiss verwendet. Grundsätzlich ist ein Junior jemand mit wenig bis keiner Berufserfahrung und bei einem Senior wird von einer mehrjährigen Berufspraxis ausgegangen. Wie viele Jahre dies im spezifischen Fall sind, ist nicht definiert. Bei Helsana haben wir z. Bsp. diese Titel nicht auf dem Papier. Wir haben Referenzfunktionen mit mehreren Stufen. Um von der einen Referenzfunktion in die nächste zu gelangen, braucht es neben fachlicher Praxiserfahrung oft bestimmte Weiterbildungen. Wer also von einer Junior-Position in eine Senior-Position wechseln möchte, muss neu eingestuft werden. Solche Neueinstufungen werden an Mitarbeitendengesprächen thematisiert und aufgegleist.

Warum werden bei Helsana überhaupt Junior- und Seniorpositionen besetzt?

Nicht alle unsere Stellen sind mit Junior oder Senior betitelt. Häufig schreiben wir in den Anforderungen, wie viele Jahre Berufserfahrung wir für die entsprechende Vakanz erwarten. Damit sprechen wir ein breiteres Feld von Kandidatinnen und Kandidaten an. Wenn wir aufgrund der Aufgaben oder der Teamkonstellation insbesondere an Berufseinsteigern interessiert sind oder jemanden suchen, der/die fundierte Erfahrung mitbringen muss, ist es durchaus sinnvoll, schon im Titel mit Junior für Berufseinsteiger und Senior für Berufserfahrene darauf hinzuweisen.

 

“Von einem Senior wird sicher mehr erwartet. Dies bezieht sich zum Beispiel auf die Ausprägung der konzeptionellen Fähigkeiten oder auf die Effizienz und Effektivität, das Setzen von Prioritäten oder das Pflegen von Geschäftsbeziehungen.”

Wie kann man als Junior zum Senior werden?

Das ist je nach Unternehmen und Mitarbeitenden sehr unterschiedlich. Wie bereits erwähnt, sind meist ausgewiesene Praxiserfahrung auf bestimmten Themen sowie eine entsprechende Weiterbildung erforderlich, um sich zu entwickeln. Wichtig sind auch ausgeprägte Soft Skills und eine zielgruppengerechte Kommunikation.

Nach wie vielen Jahren bekommt man einen Senior Titel bzw. hat jeder die Chance auf einen Senior?

Auch das ist wiederum sehr individuell und sowohl vom Unternehmen als auch vom Mitarbeitenden selbst abhängig. Eine Garantie gibt es nie :-)

Ist Seniorität an ein gewisses Alter gebunden?

Jein. Frisch ab Studium ist es eher unwahrscheinlich, dass jemand bereits als Senior eingestellt wird. Aber auch eine 50-jährige Person ist kein Senior, wenn sie sich nicht weiterentwickelt hat.

Wie viel Prozent verdient man bei Helsana in etwa mehr, wenn sich der Titel von Junior zu Senior ändert?

Das lässt sich so nicht beantworten. Die Höhe des Lohnes oder der Lohnerhöhung ist von vielen Faktoren abhängig (u.a. von Leistung, Knowhow, Erfahrung, Softskills, Weiterbildung), sie ist jedoch nicht an den Titel geknüpft.

Welche erweiterten Verantwortungsbereiche hat man in der jeweiligen Seniorität?

Flavia ArizzoliGrundsätzlich ist dies abhängig von der jeweiligen Funktion und insbesondere auch vom Menschen selber resp. von seinen Talenten. Von einem Senior wird sicher mehr erwartet. Dies bezieht sich zum Beispiel auf die Ausprägung der konzeptionellen Fähigkeiten oder auf die Effizienz und Effektivität, das Setzen von Prioritäten oder das Pflegen von Geschäftsbeziehungen.

Flavia Arizzoli ist seit Juli 2015 bei Helsana Versicherungen als HR Consultant tätig.

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weber
sagte am September 11, 2018 at 2:25 am :

interessant. Viel geschrieben aber wenig gesagt. Das wären Softkills die in die Politik passen würden.

Antworten
offpistesau
sagte am September 12, 2018 at 11:10 am :

Die Assekuranzen sind auf dem Weg, den Unterschied zw Junior und Senior besser zu verstehen. Bisher wurde nach Dienstalter und dem Salärband entschieden, ob man Jun oder Sen ist. Womit sich allerdings die CH Wirtschaft gegenüber dem Ausland schwer tut, sind Quereinsteiger, d.h. Leute mit Erfahrung, die sich in neue Gebiete einarbeiten, wo sie von der Arbeitstechnik und Abstraktionsfähigkeit her Senior sind, fachlich gesehen aber Junioren. Ein Artikel zu diesem Thema wäre also ebenfalls sehr interessant.

mat
sagte am September 19, 2018 at 2:12 pm :

gut

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