Künstliche Intelligenz
Dein KI-Werkzeugkasten: KI verstehen und nutzen – ganz ohne Vorwissen
KI kann helfen, Informationen zu ordnen, Texte zu verbessern und Entscheidungen vorzubereiten. Die Verantwortung bleibt aber bei dir. Mit einer klaren Prompt-Vorlage, einer einfachen Prüfroutine und ein paar sinnvollen Einsatzbereichen lässt sich KI gezielt für die Jobsuche und den Arbeitsalltag nutzen. Wichtig ist, Ergebnisse immer an einer Originalquelle zu prüfen und keine vertraulichen Daten preiszugeben.
KI kann dir helfen, schneller zu verstehen, Informationen zu ordnen und einen ersten Entwurf zu verbessern. Sie nimmt dir aber weder die Entscheidung noch die Verantwortung ab. Für die Jobsuche bedeutet das: Nutze KI als Unterstützung, prüfe ihre Ergebnisse und bleib bei allen Bewerbungsunterlagen bei deinen eigenen Erfahrungen und Worten.
Du brauchst dafür weder programmieren zu können noch jedes neue Tool zu kennen. Ein guter Anfang sind klare Anfragen, ein paar sinnvolle Einsatzbereiche und eine einfache Prüfroutine.
Bessere Prompts schreiben: So wird eine KI-Antwort brauchbarer
Ein Prompt ist die Anweisung oder Frage, die du einer KI gibst. Je klarer du Aufgabe, Kontext und gewünschtes Ergebnis beschreibst, desto besser kannst du die Antwort beurteilen und weiterverwenden.
Eine praktische Vorlage besteht aus vier Teilen:
- Aufgabe: Was soll die KI tun?
- Kontext: Für wen oder wofür brauchst du das Ergebnis?
- Format: Wie soll die Antwort aussehen, zum Beispiel als Liste, Entwurf oder Tabelle?
- Grenzen: Was soll die KI berücksichtigen oder weglassen?
Statt „Hilf mir bei meiner Bewerbung“ könntest du schreiben:
„Ich bewerbe mich auf eine Stelle als Sachbearbeiter:in im Kundendienst. Vergleiche die folgenden Anforderungen aus der öffentlichen Stellenausschreibung mit diesen anonymisierten Stichpunkten aus meinem Lebenslauf. Zeige mir zuerst drei passende Erfahrungen und dann zwei Lücken, die ich ehrlich erklären sollte. Erfinde keine Erfahrungen.“
Weitere sichere Übungsbeispiele:
- „Erkläre mir den Begriff Projektcontrolling in einfacher Sprache. Nenne danach drei Fragen, die ich in einem Vorstellungsgespräch dazu erwarten könnte.“
- „Formuliere aus diesen Stichpunkten drei Varianten für eine Einleitung zu einem Motivationsschreiben. Ton: sachlich und persönlich, maximal 70 Wörter.“
- „Hilf mir, eine Präsentation über ein fiktives Kundenprojekt zu gliedern. Gib mir eine Struktur mit fünf Folien und einer Frage für die Diskussion.“
Auch ein guter Prompt ist kein Beweis dafür, dass die Antwort stimmt. Er hilft dir vor allem, gezielter zu arbeiten.
KI als Erklärhilfe: Neues verstehen und Fragen vorbereiten
Wenn du dich in ein neues Berufsfeld einarbeitest oder eine Stellenanzeige besser verstehen willst, kann KI komplizierte Begriffe erklären und Fragen strukturieren. Das ist besonders nützlich, wenn du dich auf einen Branchenwechsel, eine Weiterbildung oder ein Gespräch vorbereitest.
Bitte die KI zum Beispiel, einen Fachbegriff in einfacher Sprache zu erklären und nenne dabei das Berufsfeld. Lies danach eine verlässliche Quelle, etwa eine offizielle Berufsinfo, die Website einer Weiterbildung oder die ursprüngliche Stellenausschreibung. KI kann eine Erklärung vereinfachen, aber sie ersetzt keine Quelle.
KI für Recherche nutzen: Gut starten, sorgfältig prüfen
KI kann dir helfen, eine Recherche zu strukturieren. Du kannst dir mögliche Fragen zu einem Unternehmen, einem Beruf oder einem Thema vorschlagen lassen. Für Fakten über Arbeitgeber, Lohn, Arbeitsrecht, Anforderungen oder aktuelle Entwicklungen solltest du aber immer die Originalquelle öffnen.
Eine sinnvolle Reihenfolge ist:
- Lass dir die wichtigsten Fragen oder Themenfelder auflisten.
- Suche die dazugehörigen Informationen auf offiziellen Websites, in der Stellenausschreibung oder bei verlässlichen Fachquellen.
- Halte nur fest, was du nachvollziehen und im Gespräch erklären kannst.
So vermeidest du, dass eine gut formulierte, aber ungenaue Antwort in deine Vorbereitung oder Bewerbung rutscht.
Bewerbungsunterlagen verbessern, ohne sie abzugeben
Bei Lebenslauf, Motivationsschreiben und E-Mails kann KI dir helfen, Unklarheiten zu finden oder Varianten zu entwickeln. Sie sollte nicht deine berufliche Geschichte erfinden oder dir einen Text liefern, den du nicht vertreten kannst.
Nutze sie zum Beispiel für diese Fragen:
- Sind meine Erfahrungen für die Stelle verständlich beschrieben?
- Wo wiederhole ich mich?
- Welche Rückfrage könnte ein:e Recruiter:in nach diesem Absatz haben?
- Ist der Ton passend für diese Bewerbung?
Übernimm den Vorschlag nicht automatisch. Kontrolliere Namen, Daten, Abschlüsse und Beispiele. Streiche Formulierungen, die nicht nach dir klingen. Dein Dossier ist überzeugender, wenn du konkret und ehrlich schreibst als wenn es perfekt, aber austauschbar klingt.
Aufgaben organisieren und lernen
KI kann auch bei kleineren Arbeits- und Lernaufgaben unterstützen. Du kannst dir einen Lernplan für ein bestimmtes Thema vorschlagen lassen, eine lange Notiz in Themen ordnen oder Fragen für eine Präsentation sammeln. Bei Tabellen, Berechnungen oder technischen Aufgaben solltest du die einzelnen Schritte nachvollziehen können, bevor du das Ergebnis verwendest.
Ein hilfreicher Grundsatz: Nutze KI zuerst für einen Entwurf, eine Struktur oder eine Erklärung. Die Auswahl, die Gewichtung und die endgültige Fassung machst du selbst.
Die intelligente Suche auf jobs.ch ausprobieren
Auf jobs.ch findest du den Einstieg „Zur intelligenten Suche“. Wenn du nach einer neuen Stelle suchst, kannst du dort deinen Suchwunsch in eigenen Worten formulieren und die Ergebnisse mit deinem beruflichen Ziel vergleichen. Das ist eine praktische Gelegenheit, verschiedene Suchformulierungen auszuprobieren und genauer zu werden.
Schreibe nicht nur eine Berufsbezeichnung. Ergänze zum Beispiel Arbeitsort, Pensum, relevante Erfahrung oder den Aufgabenbereich, der dich interessiert. Prüfe anschliessend, ob die angezeigten Stellen wirklich zu deinem Profil passen. Eine gute Suche beginnt mit einer klaren Vorstellung davon, was du suchst.
Begriffe kurz erklärt
| Künstliche Intelligenz (KI) | Sammelbegriff für Systeme, die Aufgaben wie Sprache verstehen, Muster erkennen oder Inhalte erzeugen können. |
| Prompt | Deine Anweisung oder Frage an ein KI-System. |
| Sprachmodell (LLM) | Ein System, das Texte verarbeiten und neue Texte erzeugen kann. |
| Maschinelles Lernen (ML) | Verfahren, bei denen Systeme aus Daten Muster ableiten. |
| Halluzination | Eine Antwort, die plausibel klingt, aber nicht stimmt oder keine echte Quelle hat. |
| Trainingsdaten | Daten, mit denen ein KI-System entwickelt oder trainiert wurde. Sie sind nicht dasselbe wie die Informationen, die du später eingibst. |
KI im Vorstellungsgespräch: Ein konkretes Beispiel ist stärker als ein Toolname
Wenn eine Stelle digitale oder KI-bezogene Kompetenzen erwähnt, bereite ein echtes Beispiel vor. Laut einem Bericht über UBS sollen Bewerbende für Graduate- und Praktikumsstellen im 2027er-Jahrgang der Bereiche Global Banking and Markets zeigen, wie sie KI verantwortungsvoll einsetzen, um Ergebnisse und Effizienz zu verbessern. Das ist eine Anforderung für einen abgegrenzten Bereich und keine allgemeine Regel für alle Stellen in der Schweiz.
Für deine Bewerbung reicht es nicht, ein Tool zu nennen. Erkläre diese vier Punkte:
- Die Aufgabe: Was wolltest du erledigen?
- Der Einsatz von KI: Wobei hat das Tool geholfen?
- Deine Prüfung: Was hast du kontrolliert, verbessert oder nicht übernommen?
- Das Ergebnis: Was war danach klarer, vollständiger oder besser vorbereitet?
„Für eine Präsentation habe ich KI genutzt, um anonymisierte Rückmeldungen zuerst nach Themen zu ordnen. Ich habe die Zuordnung mit den Originalantworten verglichen, unklare Punkte selbst neu sortiert und die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst. So konnte ich die Diskussion besser vorbereiten.“
Sprachmodelle können überzeugend formulieren und trotzdem falsche, veraltete oder erfundene Angaben enthalten. Prüfe deshalb Fakten, Zahlen, Zitate, Quellen und aktuelle Informationen immer ausserhalb des Tools.
Gib zudem keine vertraulichen Unterlagen, Kundendaten, Personaldaten oder internen Informationen aus einer früheren Stelle, einem Praktikum oder einem Studienprojekt in ein öffentliches KI-Tool ein. Anonymisiere Beispiele oder arbeite mit einer erfundenen Situation. In der Schweiz ist das Datenschutzgesetz auch auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar. Am Arbeitsplatz können zusätzlich interne Regeln und freigegebene Tools gelten.
Wähle eine konkrete Aufgabe aus deiner Jobsuche oder deinem Arbeitsalltag. Formuliere einen Prompt mit Aufgabe, Kontext, Format und Grenzen. Prüfe die Antwort anschliessend an einer Originalquelle oder an deinen eigenen Unterlagen. So entwickelst du eine Arbeitsweise, die dir auch dann hilft, wenn sich die Tools verändern.
Der Text dieses Artikels und das begleitende Bild wurden mit Unterstützung von KI erstellt.