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Vorgesetzte verstehen: Erfolgreich unterschiedlichen Führungsstilen begegnen

Lerne, wie du die Vorlieben und Erwartungen deines oder deiner Vorgesetzten verstehst. Indem du dich unterschiedlichen Führungsstilen anpasst, nimmst du deine Karriere selbst in die Hand.

Um deine:n Vorgesetzte:n für dich einzunehmen, musst du dich auf sie oder ihn einstellen. Dazu ist es hilfreich, den Führungsstil zu kennen. Wie verhält sich dein:e Chef:in gegenüber den Mitarbeitenden? Gibt es klare Ansagen, oder gibt es viele Freiheiten? Wirst du gefördert oder eher links liegengelassen? Manchmal ist das nicht so klar einzuordnen. Mitunter hast du das Gefühl, dein:e Chef:in verhält sich rücksichtslos. An anderen Tagen kommt es dir vor, als ob dein:e Chef:in dein:e beste:r Freund:in ist.

Mit dem Führungsstil kann dich dein:e Chef:in motivieren oder ausbremsen. Welche Führungsstile es gibt und wie du am besten damit umgehst, erfährst du jetzt.

Chef:innen verstehen: unterschiedliche Führungsstile

Du hast es wahrscheinlich schon vermutet: Es gibt zahlreiche Führungsstile – von autoritär bis kooperativ. Soziolog:innen und Psycholog:innen haben sich bereits ausgiebig damit beschäftigt. Die bekanntesten Theorien stammen vom Soziologen Max Weber und dem Psychologen Kurt Lewin. Letztlich geht es darum, wie sich Vorgesetzte am besten durchsetzen. Dabei gibt es weder einen besten, einen richtigen noch einen falschen Führungsstil. Vielmehr hängt er vom Reifegrad der zu führenden Mitarbeitenden und dem angestrebten Ergebnis ab. Manche Führungsart spricht dich an, während andere demotivieren und belasten. Sieh dir verschiedene Führungsstile an und überlege, wie du dich am besten darauf einstellst. Wir haben uns auf die am häufigsten vorkommenden Führungsarten konzentriert. Berücksichtige dabei, dass die Reinform eher selten ist. Oft triffst du auf Mischformen.

Autoritärer Führungsstil

Ist dein:e Chef:in autoritär veranlagt, hält er oder sie das Zepter fest in der Hand. Er oder sie erwartet Gehorsam und keinen Widerspruch. Autokrat:innen sind unnahbar und behalten alles unter Kontrolle. Anweisungen und Regeln bestimmen die Arbeitsabläufe. Dadurch entscheidet er oder sie schnell und mit dem Risiko einer Fehlentscheidung. Für Mitarbeitende gibt es keinen Spielraum. Eigeninitiative wird nicht belohnt. Wenn du nicht gern Verantwortung übernimmst, sondern klare Vorgaben suchst, bist du bei Autokrat:innen richtig. Auch unsichere Berufseinsteiger:innen erzielen mit autoritärer Führung termingerechte und gute Arbeitsergebnisse. Kannst du dich hingegen nicht unterordnen, dann wird es mühsam. Starre Arbeitsabläufe und deine im Keim erstickte Kreativität machen dir den Alltag schwer. Eine innere Kündigung kann die Folge sein. Kommst du mit einer starken Führungspersönlichkeit nicht zurecht, dann suchst du dir besser eine andere Stelle.

Kooperativer Führungsstil

Wie die Bezeichnung schon verrät, geht es im kooperativen Führungsstil um Zusammenarbeit. Hier diktiert nicht eine Person, was zu tun ist. Mitarbeitende und Chef:in gehen den Weg gemeinsam. Sie entwickeln Ideen und setzen Projekte zusammen um. Dabei ist das Team so zusammengesetzt, dass es sich in den Kompetenzen ergänzt. Dein:e Chef:in delegiert Verantwortung auf das Team. Das fördert deine Eigeninitiative und setzt gleichzeitig deine kreative Ader frei. Durch den offenen Austausch ist jederzeit konstruktive Kritik möglich, die alle weiterbringt. Da alle Mitarbeitenden eingebunden sind, ziehen sie an einem Strang. Dadurch erzielt das Team schnell gute Arbeitsergebnisse. Sprühst du vor Ideen und liebst es, aktiv am Erfolg mitzuarbeiten, dann liegt dir der kooperative Führungsstil. Hier kannst du dich beweisen und dank erfolgreicher Arbeit schnell aufsteigen.

Laissez-faire-Führungsstil

Ohne jegliche Einschränkungen erledigst du deinen Job. Es gibt keine Grenzen und keine Regeln. Dein:e Chef:in lässt dich einfach machen. Du entscheidest völlig eigenständig. Kontrolle findet so gut wie gar nicht statt. Zudem erhältst du in der Regel kein Feedback. Dein:e Vorgesetzte:r greift kaum oder nur bei gravierenden Fehlern ein. Bei einem Laissez-faire-Führungsstil entfaltest du dich selbst und lebst deine Kreativität aus. Berührungspunkte mit dem Chef oder der Chefin hast du wenige. Benötigst du Leitplanken bei deiner Arbeit, dann fühlst du dich hier nicht wohl. Bringst du hingegen viel Erfahrung mit und geniesst es, selbstständig zu arbeiten, dann ist das deine Umgebung. Teilweise chaotische Zustände dürfen dich nicht aus dem Konzept bringen.

Situativer Führungsstil

Der situative Führungsstil stellt den oder die Mitarbeitende:n in den Mittelpunkt. Er berücksichtigt den jeweiligen Reifegrad. Jede:r Mitarbeitende hat eigene Stärken und Schwächen sowie mehr oder weniger Berufserfahrung. Dein:e Chef:in hat keinen eigenen Stil, sondern passt ihn an die Mitarbeitenden an. Während der eine genaue Anweisungen benötigt, genügt der anderen ein grober Rahmen. Somit greift der oder die Vorgesetzte Elemente aus dem autoritären, dem kooperativen und dem Laissez-faire-Führungsstil heraus. Beherrscht dein:e Chef:in diese Klaviatur, fühlst du dich hier perfekt abgeholt. Bei diesem Führungsstil passt sich dein:e Vorgesetzte:r an dich an und nicht umgekehrt.

Gruppenbezogener Führungsstil

In der Regel arbeitest du nicht allein, sondern im Team. Dabei ist jedes Teammitglied individuell und spricht auf eine andere Führung an. Daher berücksichtigt dieser Stil verschiedene Führungsformen, wie:

  • Anspornend: ideal für bequeme Kolleg:innen, die etwas Anschub benötigen
  • Bremsend: übermotivierten Teammitgliedern oder Querulant:innen Grenzen aufzeigen
  • Ermutigend: zurückhaltende Kolleg:innen freuen sich über etwas Hilfe und Zuspruch
  • Fördernd: Leistungsträger:innen erklimmen mit Förderung und Motivation die Karriereleiter
  • Integrierend: Schüchterne Aussenseiter:innen gilt es, ins Team einzugliedern
  • Wertschätzend: Teammitglieder regelmässig für ihre positiven Beiträge loben

Unterschiedliche Führungsstile: So passt du dich Vorgesetzten an

Heute ist es üblich, dass Chef:innen fordern und fördern. Dadurch holen sie das Beste aus dir heraus. Damit du die Erwartungen erfüllst, musst du den individuellen Führungsstil kennen und verstehen. Dabei entscheidest du für dich, welchen du bevorzugst. Ob durch klare Vorgaben kooperierend oder maximal eigenständig: Du bist zu Höchstleistungen motiviert. Indem du dich dem Führungsstil anpasst, der dir liegt, schaffst du dir gute Karrierechancen.

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