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Zick-Zack-Lebenslauf? So überzeugst du auch ohne Bilderbuch-Karriere
Du hast nicht den geradlinigen Lebenslauf, den viele erwarten? Das macht nichts. In diesem Artikel erfährst du, wie du mit deinem Zick-Zack-Weg selbstbewusst überzeugst – und worauf es in der Bewerbung wirklich ankommt.
Ein Lebenslauf verläuft nicht bei allen Menschen gleich. Viele Wege sind geprägt von Wechseln, Pausen oder Neuanfängen. Vielleicht hast du dir deswegen auch schon gedacht: «Mein Lebenslauf passt in keine klassische Schublade». Die Frage ist: Wie gehst du damit in der Bewerbung um?
Zuallererst sei gesagt:
Zick-Zack-Wege gehören zum Leben. Auch zum Berufsleben.
Die Vorstellung, dass ein Lebenslauf möglichst schnurgerade verlaufen muss, stammt von früher. Damals blieben Menschen oft jahrzehntelang im gleichen Beruf. Das kommt zwar heute noch vor, aber deutlich weniger. Immer mehr wechseln die Branche, bilden sich weiter, steigen aus oder wieder ein.
Wer also behauptet, nur ein geradliniger Lebenslauf sei ein guter Lebenslauf, ignoriert die Realität. Entscheidend ist nicht die perfekte Linie – sondern, wie du deinen Werdegang erklärst. Und wie du im Anschreiben zeigst, wohin du willst.
Die grösste Gefahr: Wenn du dich entschuldigst
Viele Stellensuchende mit Zick-Zack-Werdegang machen einen entscheidenden Fehler: Sie entschuldigen sich für die Wechsel, Brüche und Pausen. Das wirkt defensiv und lässt Zweifel aufkommen, selbst wenn es dafür gar keinen Grund gibt.
Viel besser ist es, wenn du zu deinem Weg stehst. Und zeigst, dass jede Station für dich Sinn gestiftet hat. Dabei musst du nicht alles erklären. Aber du darfst deine Entwicklung sichtbar machen.
Das gelingt am besten, wenn du deinen Fokus auf das legst, was du heute kannst. Deine Stationen erzählen eine Geschichte. Eine Geschichte, die zeigt, was dich ausmacht und wie du mit neuen Situationen umgehst.
So hebst du deine positiven Seiten hervor
Wenn du dich jetzt fragst: «Wie soll ich das bloss schreiben?» Dann ist die Antwort einfach: Zeig, was du kannst – konkret, ehrlich und mit Blick nach vorn. Es geht nicht um perfekte Formulierungen, sondern um eine klare Haltung.
Zum Beispiel:
- Verwaltung, Industrie, Bildungsbereich – mein Werdegang ist vielseitig. Und genau das hilft mir, mich rasch zurechtzufinden.
- Ich kenne unterschiedliche Branchen, arbeite mich effizient ein und bringe frischen Blick von aussen mit.
- Durch die Wechsel habe ich erkannt, was nicht zu mir passt – und bin nun mit klarer Ausrichtung unterwegs.
- Neues Umfeld? Neue Tools? Ich eigne mir Wissen schnell an und verbinde Bestehendes mit neuen Ideen.
- Ja, mein Lebenslauf ist etwas unruhig. Das Gute daran? Jetzt weiss ich genau, was ich will – und das ist …
- Eine neue Stadt, eine neue Kultur, neue Menschen – ich habe mich immer wieder auf Unbekanntes eingelassen und mich rasch zurechtgefunden. Das gelingt mir auch bei der Arbeit.
- Auf den Reisen habe ich erlebt, was kulturelle Missverständnisse auslösen können – und wie man sie durch gute Kommunikation auffängt. Genau das gebe ich auch in meinem Team weiter.
- Ich kann mir Wissen effizient aneignen und verbinde neue Themen mit bestehender Erfahrung. So habe ich den Schritt vom Bauwesen zur Projektleitung Digitalisierung in der Verwaltung gemacht – auch ohne klassische IT-Ausbildung.
- Als Selbstständige:r war ich für alles zuständig – von der Strategie bis zum Kopierer. Das hat mir gezeigt, wo meine Stärken liegen. Und: dass ich gerne wieder Teil eines Teams bin.
- Ob MS Office, ChatGPT, Trello, Notion oder firmenspezifische CRM-Systeme: Ich habe mit unterschiedlichsten Tools gearbeitet und bringe mir neue rasch autodidaktisch bei.
Hin-zu statt Weg-von. Gerade bei Zick-Zack-Lebensläufen.
Damit deine Bewerbung überzeugt, braucht es eine klare Motivation – besonders, wenn dein Lebenslauf nicht geradlinig ist. Genau hier kommt die sogenannte Hin-zu-Motivation ins Spiel.
Viele Bewerbungen beginnen mit allgemeinen Aussagen wie:
- Ich suche eine neue Herausforderung.
- Ihr Stelleninserat hat mein Interesse geweckt.
- Ich möchte mich beruflich weiterentwickeln und suche eine interessante Stelle.
Das Problem: Diese Sätze klingen austauschbar. Es fehlt die Verbindung zur konkreten Stelle, zum Unternehmen. Stell dir deshalb die Fragen:
- Warum willst du genau zu diesem Unternehmen?
- Was gefällt dir an der Branche, den Produkten oder den Dienstleistungen?
- Warum möchtest du genau diese Stelle?
- Was spricht dich konkret an den Aufgaben an?
So klingt echte Hin-zu-Motivation
Hier sind einige Beispiele, wie du deinen Einstieg in der Bewerbung formulieren kannst:
- Ein kleiner Verlag mit Herz, kurze Wege, vielseitiges Marketing: Eure Stelle klingt genau nach dem Umfeld, nach dem ich suche.
- Nachhaltige Lebensmittel, Verkauf mit Beratung, ein Laden mitten im Quartier: Ihre Ausschreibung hat mich direkt angesprochen.
- Sie suchen eine Person am Telefon, die nicht nur «Guten Tag» sagen kann, sondern zuhört, sortiert und weiterbringt. Das spricht mich an – und ich bin bereit.
- Laut BAG steigt die Nachfrage nach psychologischer Beratung – besonders bei Jugendlichen. Ihre Fachstelle bietet hier konkrete Hilfe an, weshalb ich gerne einen Teil davon sein möchte.
- Ihr Magazin liegt bei mir jeden Monat auf dem Tisch. Klare Themen, starker Aufbau – gerne will ich Ihre Redaktion im Hintergrund unterstützen.
- Ihren Webshop habe ich zufällig entdeckt – und war sofort Fan der klaren Struktur. Gerne will ich im E-Commerce mithelfen, dass der Bestellprozess auch intern rund läuft.
Du siehst: Mit einem persönlichen Bezug oder einem klaren Argument wird dein Einstieg stark. Ganz ohne Blabla.
Noch mehr Ideen? Hier findest du 8 Vorlagen und 32 Beispiele für einen starken Startsatz.
Fazit: Der Lebenslauf darf zackig sein – die Bewerbung nicht
Ein Zick-Zack-Lebenslauf ist kein Nachteil, solange du weisst, wofür er steht. Je weniger gradlinig dein Werdegang ist, desto klarer sollte deine Bewerbung sein. Zeig, wohin du willst und mach deine Motivation sichtbar. Dann öffnen sich plötzlich Türen, die anderen verschlossen bleiben.
Sobald du diese Fragen klar beantworten kannst, wird deine Bewerbung spürbar stärker. Zeig dein Interesse gleich am Anfang. Dann hast du deutlich bessere Chancen, zu einem Gespräch eingeladen zu werden.
Diese Sätze machen sichtbar, was du heute mitbringst. Und zwar unabhängig davon, wie deine Laufbahn bisher verlaufen ist.