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Kündigung

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses – ob fristgerecht oder ausserordentlich – sollten Angestellte gut planen. Insbesondere auch der Zeitpunkt sowie die Art und Weise, wie diese dem Arbeitgeber präsentiert wird.

Strengrechtlich bedarf es dafür – ausser der allfälligen Einhaltung von Kündigungsfristen – keiner Formalien. Sie kann sogar mündlich oder stillschweigend erfolgen, indem man einfach nicht mehr zur Arbeit kommt – und der Chef dies akzeptiert. Nicht wenige nutzen deshalb die Gelegenheit zur «Kropfleerete»: Endlich können sie Mitarbeitern und Vorgesetzen vor den Latz knallen, was sie jahrelang duckmäuserisch herunter geschluckt haben, oder faul rumsitzen und Sprüche klopfen, wenn die Kollegen im Abschlussstress sind.

Doch was auch immer vorgefallen sein mag – vergessen Sie's! Ihr Ziel sollte es sein, aufrecht auszuscheiden und kein Geschirr zu zerschlagen – zumindest nicht mehr, als eh schon in die Brüche gegangen ist.

Denken Sie immer daran, dass man sich im Leben immer zweimal begegnet. Und vergessen Sie nicht, dass Sie den Chef oder Mitarbeiter, den Sie zuletzt geschmäht und beschimpft habe, plötzlich wieder vor der Nase haben können. Zudem holen manche Personalverantwortliche oder Chefs – man kennt sich ja – auch Referenzen ein bei ehemaligen Arbeitgebern von potentiellen Angestellten. Und da der letzte Eindruck der Nachhaltigste ist, kann sich «der grosse Knall zum Abschied» – wie befreiend er immer sein könnte – in Zukunft als karriereschädigend entpuppen.

Bleiben Sie also in jedem Fall sachlich, emotionslos, freundlich – kurzum: professionell.

  • Verfassen Sie ein kurzes Kündigungsschreiben, aus dem der Wille zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses klar hervorgeht. Vermeiden Sie jegliche Unklarheit oder Doppeldeutigkeit in den Formulierungen. Mehr als die der Höflichkeit geschuldeten Worte bedarf es nicht – aber auch nicht weniger.
  • Beachten Sie die gesetzlichen oder vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen.
  • Senden Sie das Kündigungsschreiben als eingeschriebenen Brief oder übergeben Sie ihn vor Zeugen dem disziplinarischen Vorgesetzten oder dem Personalverantwortlichen.
  • Suchen Sie, begleitend zur Kündigung, ein persönliches Gespräch mit den Vorgesetzten. Führen Sie aber keine Grundsatzdebatten.
  • Besprechen Sie die Austrittsmodalitäten, vor allem allfällige Verkürzungen der Kündigungsfrist, wenn sie die neue Stelle frühzeitig antreten sollten, und halten Sie diese schriftlich fest.

Auch der Zeitpunkt der Kündigung sollte gut gewählt sein. Kündigen Sie insbesondere nie ohne Not im Voraus – will heissen: Nicht bevor der neue Arbeitsvertrag mit dem neuen Arbeitgeber unter Dach und Fach ist.

Beispiele/Vorlagen

Sofern im Arbeitsvertrag keine speziellen Regeln festgehalten wurden, muss ein Arbeitnehmer, eine Arbeitnehmerin für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses kaum Formalien beachten. Theoretisch muss sie nicht einmal schriftlich eingereicht werden – praktisch gehört dies allerdings zum guten Ton. Entscheidend ist einzig, ob die Kündigung fristgerecht oder ausserordentlich – also fristlos - erfolgt.

Beispiel einer fristgerechten Kündigung:

Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis mit der Firma [xy] unter Einhaltung der Kündigungsfrist per [Datum], beziehungsweise zum nächstmöglichen Termin.

Der Hinweis auf den «nächstmöglichen Termin» empfiehlt sich, wenn Unklarheit über die Kündigungsfrist besteht. Die Angabe eines Kündigungsgrund ist nicht erforderlich und kann - auf Wunsch - mündlich erfolgen.

Beispiel einer fristlosen Kündigung:

Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis mit der Firma [xy] mit sofortiger Wirkung, weil mir seit drei Monaten mein vertraglich zustehendes Gehalt nicht ausbezahlt wurde.

Da eine fristlose Kündigung, egal von wem sie ausgesprochen wird, nur mit «gewichtigen Gründen» überhaupt möglich ist, müssen diese benannt werden. Diese sind gegeben, wenn beispielsweise der Lohn nicht ausgezahlt wird, man gemobbt wird oder ständig Aufgaben erledigen muss, die gemäss Arbeitsvertrag nicht zum Pflichtenheft zählen.


Links

Obligationenrecht/Arbeitsvertrag

Obligationenrecht/Arbeitsvertrag

Im 10. Titel des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) sind die gesetzlichen Grundlagen des Arbeitsrechts formuliert, auch bezüglich der Kündigung.

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